Erste Max Mannheimer-Kulturtage 2018

Max-Mannheimer-Kulturtage "Miteinander erinnern" in Bad Aibling

Max Mannheimer

  

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Ein Interview zu den Max-Mannheimer-Kulturtagen mit Erstem Bürgermeister Felix Schwaller und Regisseur Michael Stacheder im Regional Fernsehen Oberbayern sehen Sie hier: https://www.rfo.de/mediathek/15531/

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Die ersten Max-Mannheimer-Kulturtage werden 2018 in Bad Aibling als ein gemeinsames Projekt der Volkshochschule, der Stadtbücherei und des Kunstvereins ausgerichtet. Der Aiblinger Schauspieler und Regisseur Michael Stacheder gab den Anstoß für die Veranstaltungen zum Thema "Miteinander erinnern". Die ersten Kulturtage zur politischen Bildung – vom 26. Januar bis Anfang Februar 2018 – werden einem der letzten Zeitzeugen des Nationalsozialismus und Namensgeber der neuen Veranstaltungsreihe, Max Mannheimer, gewidmet.
Für die folgenden Jahre ist im Zuge des Programms vorgesehen, Themen des National-sozialismus aus verschiedenen Blickwickeln zu betrachten sowie Parallelen zu aktuellem Geschehen zu erkennen.
Es werden dazu eine Ausstellung im Kunstverein, eine Lesung in der Stadtbücherei sowie ein Vortrag in der Volkshochschule angeboten. Die Kulturtage bieten den interessierten Bürgern verschiedene Möglichkeiten zur Information, Diskussion und Auseinandersetzung zum verantwortungsvollen Umgang mit Geschichte.

Die Kulturtage in Bad Aibling und die Ausstellung werden am Freitag, 26.01.2018, um 20.00 Uhr in der Galerie im alten Feuerwehrgerätehaus vom Ersten Bürgermeister Felix Schwaller eröffnet.

Ausstellung "Wider das Vergessen" - Bilder von Max Mannheimer
Christine Stettner, Dozentin für Kunsttherapie an der Paracelsus Schule in München wird in einer Eröffnungsrede auf den Zusammenhang zwischen Trauma-Bewältigung und Kunst anhand der Bilder von Max Mannheimer eingehen.
Eine kurze Lesung aus Briefen von Max Mannheimer von Michael Stacheder, Schauspieler und Regisseur, sowie musikalische Begleitung der regional bekannten Band LifeChords runden den Abend ab.

Max Mannheimer, der die Konzentrationslager Auschwitz und Dachau überlebte, malte unter dem Künstlernamen „ben jakov“. Das bedeutet "Sohn Jakobs". Mannheimers Vater Jakob wurde von den Nazis ermordet. Die Ausstellung dauert vom 27.01.18 bis 11.02.18, jeweils samstags und sonntags, 14.00 - 18.00 Uhr in der Galerie im alten Feuerwehrgerätehaus.

Vortrag
Der Vortrag mit Dr. Eva Hoegner und Eva Faessler - die Tochter Max Mannheimers, findet am Mittwoch, 31.01.2018, 19.30 Uhr, im vhs-Haus, Heubergstraße 2 statt.

"Ihr seid nicht verantwortlich für das, was passiert ist. Aber Ihr seid verantwortlich für die Zukunft"
das war die zentrale Botschaft von dem Holocaust-Überlebendem und Zeitzeugen Max Mannheimer (1920 - 2016). Viele tausend Schülerinnen und Schüler haben sie gehört in den fast schon zahllosen Zeitzeugengesprächen, die er jahrzehntelang durchgeführt hat.

Im Alter von 22 Jahren war Mannheimer zusammen mit seinen Eltern, seiner Schwester Käthe, zwei seiner Brüder und seiner Ehefrau Eva zunächst in das Konzentrationslager Theresienstadt, dann nach Auschwitz deportiert worden. Max und sein Bruder Edgar waren die beiden einzigen Familienmitglieder, die Auschwitz überlebten. 1944 kamen Max und Edgar nach Dachau und mussten in Karlsfeld und Mühldorf Zwangsarbeit leisten, bis sie 1945 von den Amerikanern befreit wurden.

Der Tod von Max Mannheimer im September 2016 trifft uns schwer. Wie wird eine Zukunft aussehen ohne Menschen wie Max Mannheimer, die mahnen, erzählen, ihre Zuhörer in ihren Bann ziehen, wie er es getan hat? Wie gestalten wir in Zukunft Erinnerungsarbeit? Frau Eva Faessler beantwortet Fragen der Zuhörer und steht zusammen mit Frau Dr. Eva Hoegner, Mitarbeiterin der "Weiße Rose Stiftung e. V." an der Ludwig-Maximilian-Universität in München, für weitere Gespräche zur Verfügung.
Die Kulturreferentin Elisabeth Geßner begrüßt die Zuhörer.

Lesung
Michael Stacheder liest aus dem Werk Max Mannheimers

„Spätes Tagebuch – Theresienstadt - Auschwitz - Warschau - Dachau“
am Mittwoch, 07.02.2018, 20.00 Uhr, in der Stadtbücherei, Marienplatz 1.


Max Mannheimer hat durchlitten, was einem Menschen in dem von den Deutschen entfesselten Inferno zustoßen konnte: Demütigung, Vertreibung, Internierung im Ghetto, Tod fast der ganzen Familie in der Gaskammer, Arbeitslager und KZ, Hunger, Krankheit und Misshandlung. Wie durch ein Wunder hat er die Hölle überlebt. Mannheimer sprach lange nicht über das, was er erlebt hatte. Erst als er irrtümlich seinen Tod nahe glaubte, entschloss er sich für die Nachgeborenen das Erlittene festzuhalten. 1983 erschien erstmals Mannheimers "Spätes Tagebuch", aus welchem der Schauspieler und Regisseur Michael Stacheder lesen wird.
Die Kulturreferentin Elisabeth Geßner begrüßt die Zuhörer