Die Geschichte des Moors

Informatives für Ihren Kururlaub: Die Geschichte des Moors

Als alles begann

Um zunächst einmal ganz am Anfang zu beginnen: Bei der letzten Eiszeit vor vielen Tausend Jahren entstand auch im Inntal ein Gletscher. Als er sich zurückzog hinterließ er den Rosenheimer See, der sich über eine große Fläche erstreckte. Im Laufe der Zeit verlandete dieser See.

In den zurückbleibenden Feuchtmulden konnten abgestorbene Gräser und Moose durch den hohen Grundwasserspiegel nicht abgebaut werden. Somit bildete sich nach und nach ein Moor. Da ein naturbelassener Moorkörper pro Jahr um etwa einen Millimeter wächst, kann man sich leicht vorstellen, dass es viele Jahrtausende für ein richtiges Moor braucht.

Moor ist nicht gleich Moor

Die Moore des Voralpenlandes haben viele Gesichter. In manchen Senken, die von eiszeitlichen Gletschern ausgeschürft wurden, gingen feuchte oder nasse Wiesen in Erlen- oder Birkenbruchwald über. Andernorts breiteten sich Schilfröhrichte aus. Seit diese Pflanzen abgestorben sind, haben sie sich oft nur teilweise zersetzt. Als die Senke so allmählich verlandete, entstanden so genannte Flach- oder Niedermoore. Diese heißen im bayerischen "Moose". Deren Pflanzen und Tiere leben vom Grundwasser, das die Versorgung mit Mineralstoffen wie Eisen, Aluminium oder Magnesium sicherstellt. Zugleich transportieren diese genügend Nährstoffe, wie etwa den Stickstoff. Anders dagegen die Hochmoore, die sogenannten Filzen, die nur vom Regenwasser leben und deshalb extrem nährstoff- und pflanzenarm sind. Hier dominiert das genügsame Torfmoos Sphagnum. Es kann dreißigmal so viel Wasser speichern wie sein Eigengewicht beträgt und ließ die Moore allmählich soweit über den mineralischen Untergrund aufwachsen, dass der Kontakt zum Grundwasser verloren ging (deshalb die Bezeichnung „Hoch“moor). Bei ihnen handelt es sich also nicht etwa um Moore, die hoch droben im Gebirge liegen. Hochmoore können nur dort entstehen, wo genügend Regen fällt, so dass sich das Moor seinen eigenen Wasserspiegel schafft.

Das "Bad" kommt nach Aibling

1838 begannen zwei Landärzte und ein Apotheker im damaligen Aibling mit Forschungen, ob man das dort befindliche Torfmoor medizinisch nutzen könnte. Nach sieben Jahren vieler wissenschaftlicher Experimente war der Grundstein für einen Heilbadbetrieb gelegt, Aiblings "Solen- und Schlamm-Bade-Anstalt" war die Urzelle für vielfältige Heilbehandlungen und verhalf Aibling zum staatlich anerkannten "Bad".

Gut abgelagert

Das Bad Aiblinger Naturmoor weist den optimalen Vertorfungsgrad auf und lässt sich sehr gut abbauen, ohne störende Wurzeln oder Steine. Heute wird es mit einem Bagger entnommen und per Lastwagen in die Kurstadt transportiert. Somit können Sie dieses jederzeit in Ihrem Kururlaub nutzen.

Für die Anwendungen mixt man das Moor übrigens mit Wasser, erwärmt es und schon ist es bereit für die Wanne.

Kururlaub Bad Aibling - Hand in Hand mit der Natur

Schon gewusst? Nach der Nutzung kommt das jetzt breiförmige Moor mit Saugfahrzeugen wieder zurück ins Moorgebiet. Das zugesetzte Wasser wird über ein spezielles Filtersystem abgeleitet. Die früheren Abbaustellen sind heute Naturschutzgebiete.

Auf den denaturierten Flächen wachsen Pflanzen, die es sonst kaum noch gibt. Es gibt dort nämlich eine Sonnentaupopulation, deren Ausbreitung europaweit einzigartig ist. Entstanden ist diese im Übrigen durch das Aufwärmen des Moorbades. Damit haben sich alten Samen wieder aktiviert.