Der Weg zur Kur

Kuraufenthalt - wie ist der Weg zum Ziel?

Wer kann eine Kur beantragen?

Grundsätzlich gilt: Jeder gesetzlich Krankenversicherte, bei dem die medizinischen Voraussetzungen vorliegen, hat Anspruch auf einen Kuraufenthalt, der alle drei Jahre (ambulant) beziehungsweise alle vier Jahre (stationär) erneut beantragt werden kann.

Wer über einen langen Zeitraum Symptome hat, die nicht besser werden, sollte seinen Arzt nach einer Kur fragen. Denn dann kann eine Kur sinnvoll sein, um langfristig Gesundheitsschäden zu verhindern.

Ein Beispiel ...

Ein Beispiel Ein Patient leidet unter Rückenschmerzen, Stress und Schlaflosigkeit. Hierfür wäre ein klassisches Beispiel eine Kur zur Burnout-Prävention, mit Anwendungen von Gesprächen mit einem Psychologen, über Rückenschule, Ausdauer- und Achtsamkeitstraining bis hin zu Moorbädern.

Kur beantragen – so geht’s

Nach einem Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt, bescheinigt dieser, dass eine Kur medizinisch notwendig ist. Je nach Gesundheitszustand empfiehlt er eine Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme, einen ambulanten oder stationären Aufenthalt.

Nun folgt der Kurantrag, den Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt ausfüllen. Anschließend reichen Sie den Antrag bei Ihrem zuständigen Kostenträger (Kranken- oder Rentenversicherung, Beihilfestelle) ein.


Wichtig ist auch eine umfassende schriftliche Begründung Ihres Arztes, warum eine Kurmaßnahme nötig ist. Er sollte zudem genau angeben, inwiefern sich die Beschwerden auf den Alltag des Patienten auswirken. Auch was sich der Arzt von einer Kur verspricht und wie erreichbar die Ziele sind, sollte vermerkt sein.


Anschließend wird der Kurantrag überprüft. Die Prüfung wird durch den medizinischen Dienst, den Vertrags- oder Amtsarzt vorgenommen.


Die Kur wird dann durch die zuständige Krankenkasse, Rentenversicherung oder Beihilfestelle genehmigt.

 

Kur abgelehnt – was nun?

Sollte Ihr Kurantrag abgelehnt werden, können Sie schriftlich Widerspruch einlegen, am besten mit Unterstützung des behandelnden Arztes. Das sollte innerhalb eines Monats nach der Ablehnung geschehen. Derzeit hat etwa die Hälfte der zunächst abgelehnten Anträge dann doch noch Erfolg.


Wird der Widerspruch abgelehnt, kann innerhalb von vier Wochen Klage vor dem Sozialgericht erhoben werden. Dieses Verfahren ist für Patienten kostenfrei, zieht sich aber oft in die Länge. Daher kann es sinnvoller sein, einige Monate zu warten und dann einen neuen Antrag zu stellen, der besser begründet ist.


Außerdem können Sie jederzeit auch auf eigene Kosten eine Kur machen. Das heißt, Sie bezahlen selbst für Ihre Übernachtungen. Der Kurarzt im Heilbad oder Kurort verschreibt Ihnen nach entsprechender Untersuchung und bei medizinischer Notwendigkeit Leistungen nach den bundesweit gültigen Heilmittelrichtlinien. 90 Prozent der Kosten für die Anwendungen übernimmt die Kasse, den Rest sowie die Rezeptgebühr zahlt der Patient selbst.

Wer bezahlt eine Kur?

Grundsätzlich haben alle Versicherten gesetzlicher Krankenkassen Anspruch auf medizinische Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen.


Private Krankenkassen zahlen die Kur dagegen nur, wenn ein entsprechender Tarif gebucht wurde.
Wenn eine ambulante Behandlung nicht ausreicht oder der behandelnde Arzt eine medizinische Reha verordnet, zahlt meist die gesetzliche Krankenversicherung.


Droht der Arbeitnehmer arbeitsunfähig zu werden, ist in der Regel die Rentenversicherung oder die gesetzliche Unfallversicherung zuständig.

Was müssen Patienten bezahlen?

Bei einer stationären Vorsorge- oder  Rehabilitationsmaßnahme und einer ambulanten Rehabilitationsmaßnahme werden die Kosten vollständig übernommen. Die Eigenbeteiligung liegt bei 10 Euro pro Tag.


Bei ambulanten Vorsorgeleistungen nach § 23 Absatz 2 SGB V in anerkannten Kurorten werden 100 Prozent der Kurarzt Kosten und 90 Prozent der Kurmittel übernommen. Hinzu kann ein Zuschuss für Unterkunft, Verpflegung und Kurtaxe von bis zu 13 Euro pro Tag, für Kleinkinder 21 Euro pro Tag, kommen. Dies ist jedoch von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich geregelt.


Bitte klären Sie daher vor Kurantritt, ob und in welcher Höhe Sie einen Zuschuss erhalten. Die Eigenbeteiligung liegt bei 10 Euro pro Verordnung und 10 Prozent  der Kurmittel.

Kurort und Kurdauer

Bei einer ambulanten Vorsorgeleistung können Sie einen anerkannten Kurort frei auswählen.

Bei einer stationären Vorsorge- oder Rehabilitationsleistung empfiehlt die Krankenkasse eine Vertragseinrichtung. Eine ambulante oder stationäre Kur dauert normalerweise drei Wochen.

Eine Verlängerung ist je nach Schwere der Erkrankung möglich.